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S. GEORGIADIS
 
02
C. NITSCHE
H. PAFLIK-HUBER
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|<10.3.1
Personen
Dr. phil. Hannelore Paflik-Huber
georgiadis
VITA
Studium der Mathematik, Europäischen Kunstgeschichte, Ostasiatischen Kunstgeschichte und Ethnologie an den Universitäten Freiburg, Karlsruhe und Heidelberg.
1989 Promotion mit dem Thema 'Modelle der Zeit .Künstlerische Positionen de Gegenwartskunst.'
In den 1990er Jahren wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Städtischen Kunsthalle Mannheim.
Von 1984 bis 1986 Assistentin beim Ausstellungsprojekt 'Zeit- Die Vierte Dimension' in Brüssel, Genf, Mannheim, Wien, Lyon und London.
1989 Studienaufenthalte in London und New York.
Von 1987 bis 1993 Mitherausgeberin der Zeitschrift 'FrauenKunstWissenschaft'
1991 wissenschaftliche Assistentin für Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg.
1994 wissenschaftliche Assistentin für Kunst- und Mediengeschichte an der HfG Karlsruhe.
Seit 1992 Dozentin für zeitgenössische Kunst, Videokunst und Ästhetik an den Universitäten und Akademien Heidelberg, Jena, Stuttgart, Trier und Weimar.
 
Forschungsschwerpunkte
Phänomene der Zeit in der Gegenwartskunst; Gender Studies, Methoden der Interpretation von Video- und Netzkunst,
Ästhetik.
 
Tätigkeitsbereiche
Kuratorin, Herausgeberin und Autorin.
Seit 2004 1. Vorsitzende des Künstlerhauses Stuttgart.
 
Seminar
Eine Einführung in die Ästhetik

Ästhetik, wie sie von dem Begründer der Disziplin, Alexander Gottlieb Baumgarten, 1750 konzipiert wurde, war ursprünglich als eine Lehre von der sinnlichen Erkenntnis und der Ausbildung des Menschen geplant. Sie war also ein Bildungsprogramm der frühen Aufklärung. Erst bei Immanuel Kant findet eine verhängnisvolle Einengung auf die Gesetze und Grundlagen des Schönen und der Harmonie, besonders in der Natur und der Kunst, statt. Zu Beginn der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts haben Philosophen wie Wolfgang Welsch oder Gernot Böhme den ursprünglichen Begriff der aisthesis, als der sinnlichen Erkenntnis der Welt, wieder unter den Trümmern der Kantschen Philosophie hervor geholt. Die Übersetzung aus dem Griechischen lautet Empfinden, sinnliches Empfinden. Begriffe wie Gefühl, Wahrnehmung, Erkenntnis, sublimes Denken und Fühlen lassen sich daran anschließen. Diese Definition, die den größten aller gemeinsamen Nenner zulässt, wirft logischerweise Fragen auf. Wodurch zeichnen sich die Ästhetischen Gegenstände unter anderen Gegenständen aus, ist wohl die erste Frage.

Die im weitesten Sinne erkenntnistheoretische Frage nach dem Anteil der Sinnlichkeit an unseren Erfahrungen aller Art führt zu dem Punkt der ästhetischen Wahrnehmung, dem ästhetischen Schein. Das Problem besteht darin, sinnvoll und verständlich darüber zu sprechen, denn Ästhetik ist primär nicht Mitteilung, sondern Ausdruck. Eines ist diffizil, liegt im Kern der Ästhetik selbst begründet: Ästhetische Informationen wecken Emotionen, die wir schwer übersetzen können. Das heißt es besteht ein großer Unterschied zu semantischen Informationen, von denen wir nur wissen wollen, wie sie funktionieren. Die theoretische Disziplin der Ästhetik zur Anwendung zu bringen heißt: Erfahrung und Beobachtung übersichtlich ordnen und als Zusammenhang beschreibbar und verständlich zu machen um dann mit Hilfe von Theorien, die sich in diesem Gebiet wie Fenster ausnehmen, neue Erfahrungen und Beobachtungen überhaupt zu ermöglichen. Das ästhetische Empfinden ist eine Fähigkeit unseres zentralen Nervensystems und wie jede andere geistige Leitung muss sie geübt werden. Das ästhetische Empfinden ist abhängig von A, dem historischen Wissen B, von der jeweiligen Persönlichkeitsstruktur und C, einem jeweils vorherrschenden kulturellen Modell. Genau bei C setzt der Inhalt des geplanten Seminars ein. Welche aktuellen ästhetischen Theorien sind heute nicht nur Gegenstand der Diskussion, sondern prägen das ästhetische Empfinden. Von welchen ästhetischen Ausdrucksformen - sei es Theater, Performance, Musik, Bildende Kunst, Fernsehen etc., wird heute unser ästhetisches Empfinden geprägt und beeinflusst.

Der Inhalt des Seminars ist die Lektüre aktueller Theoriemodelle sowie eine Auseinandersetzung mit Beispielen aus den künstlerischen Medien. Eine ästhetische Bildung, d.h. eine Ausbildung des sinnlichen Erkenntnisvermögens ist äußerst umfangreich und komplex. Deren Wichtigkeit unterschätzt man gerne. Letztendlich führt diese Wissenserweiterung logischer Weise auch zu einem bewußten Umgang mit den Sinnen, mit der Fähigkeit des sinnlichen Erkennens, sowie einem selbstbewußten Handeln, das nicht nur auf die engere Berufsausübung beschränkt bleibt, sondern darüber hinaus wirksam wird.

(Dr. Hannelore Paflik-Huber).
 
 
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